Lesezirkel am 27. Jänner 2026, 18:30

53. Treffen des SADOCC- Lesezirkels für afrikanische Literatur in der SADOCC-Bibliothek am Dienstag, 27. Jan. 2026, 18:30 Uhr

Femi Kayodes Roman (Nigeria/Namibia): Gaslight, 2023 /deutsch 2024

Femi Kayode
Femi Kayode, geboren wahrscheinlich 1971, wuchs in Nigeria auf. Nach dem Studium der Klinischen Psychologie an der University of Ibadan arbeitete er viele Jahre in der Werbebranche. Er war Stipendiat an der University of Southern California und der University of Washington, Seattle. Seine Arbeiten fürs Fernsehen wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. 2017 schloss er das renommierte Creative Writing Programm der University of East Anglia mit Auszeichnung ab.
Femi Kayode lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen, von denen einer in den USA studiert, in Windhoek, Namibia.
Sein Debütroman Lightseekers, veröffentlicht 2021, deutsch 2022, war Kayodes Master-Arbeit im Fach Crime Fiction an der University of East Anglia und wurde ein großer Erfolg. Darin löst erstmals der Investigativ-Psychologe Dr. Philip Taiwo einen schwierigen Fall in der nigerianischen Universitätsstadt Port Harcourt. Zwei Jahre später folgte in dieser Serie der in Lagos spielende Roman Gaslight. https://www.penguin.de/autoren/femi-kayode/682919

Gaslight
Ein Bischof, hoch verehrtes Oberhaupt einer riesigen nigerianischen Freikirche in Ogun State, nahe der Stadtgrenze von Lagos, wird wegen des Verdachts des Mordes an seiner verschwundenen Frau verhaftet. Der Investigativ-Psychologe Philip Taiwo wird von seiner Schwester, einem gläubigen Mitglied der Gemeinde, gebeten, sich mit den Ältesten der Kirche zu treffen. Obwohl er kein Fan organisierter Religion ist, erklärt er sich etwas widerwillig bereit zu untersuchen, ob der Bischof zum Opfer einer Verschwörung geworden sein könnte; die junge und impulsive, als ‚First Lady‘ bezeichnete Ehefrau ist dafür bekannt, tagelang zu verschwinden, und könnte noch am Leben sein. Warum sollte sie versuchen, ihren angesehenen Ehemann zu diskreditieren?
Daheim muss sich Philip Taiwo mit seiner 15-jährigen Tochter auseinandersetzen, weil sie Geld gestohlen hat. Warum verhält sie sich plötzlich so untypisch?
Als Philip Taiwos Familie bedroht wird und er zusammen mit Chika, dem Betreiber einer Sicherheitsfirma, aus einem sie verfolgenden Lieferwagen beschossen wird und noch dazu die üblichen Polizei-Straßensperren verschwunden sind – da hat mich als Leserin die Angst gepackt, obwohl Philip Taiwo offenbar gute Beziehungen zu einem Polizei-Chef unterhält. Um ruhig schlafen zu können, habe ich – ich gebe es zu – zum Ende des Romans geblättert: Er geht für die Familie gut aus, und viele Schuldige werden gefasst.
Die Geschichte wird hauptsächlich aus Philip Taiwos Blickwinkel erzählt, der die Vorgänge warmherzig und scharfsichtig berichtet; zwischen die Kapitel eingestreute Passagen mit einer anderen Stimme, die sich an verschiedene Adressat/inn/en richtet, bleiben anfangs unverständlich. In einem Interview meinte der Autor dazu, dass er sich freue, wenn die Lesenden am Ende zurückblättern müssen, um diese zuzuordnen. Ehrlich gesagt, mir ist es nicht immer gelungen – unter anderem Stoff für unsere Diskussion?
Das Buch ist ein packender Thriller, aus dem wir nebenbei einiges über die Lebensbedingungen in Lagos erfahren: chronisch verstopfte Straßen, die Unsitte der Haut-Aufhellung aus Image-Gründen, Korruption im Polizei-Apparat, Personenkult und Heuchelei in der Freikirche, Ausnützung von Gemeindemitgliedern… Der Titel verweist auf Manipulation durch Täuschung, um Menschen zu verwirren und an ihrer eigenen Wahrnehmung der Realität zweifeln zu lassen.

Verwendete Rezensionen:
Kirkus Review
taz

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